Rodoreda – Der Garten über dem Meer (III)

Das Meer sah ich mir gar nicht an. Der Januar war der kälteste Monat meines Lebens. Es war, als wäre die ganze Welt weiß geworden. Nicht vom Schnee, sondern von einer Art Raureif, einer gewissen Helligkeit, die der Himmel uns schenkte. An den Tagen, an denen sich die Sonne blicken ließ, genoss ich sie auf der Schwelle meines Hauses auf meinem Schemel; ich saß ganz still, halb dösend, und sobald die Sonne hinter den Eukalyptusbäumen verschwand, ging ich hinein. An Regentagen war der Garten, so weit das Auge reichte, von schwarzen Stümpfen übersät. Und der Regen verstärkte den Gestank des modernden Laubs.

Dieser Beitrag wurde unter Gelesen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s