Turgenjew – Väter und Söhne (Kapitel 21)

„Während ich denke: da liege ich nun hier beim Heuschober… Das schmale Plätzchen, das ich einnehme, ist im Vergleich zu dem übrigen Raum, wo ich nicht bin und wo man nichts mit mir zu schaffen hat, so winzig klein; und die kurze Zeit, die mir zu leben vergönnt ist, ist im Vergleich zu der Ewigkeit, da ich nicht war und nicht sein werde, so verschwindend… Aber in diesem Atom, in diesem mathematischen Punkt zirkuliert das Blut, arbeitet das Gehirn, will etwas… Wie scheußlich! Welch dummes Zeug!“
„Erlaube mir eine Bemerkung: was du da sagst, gilt überhaupt von allen Menschen…“
„Du hast recht“, versetzte Basarow. „Ich wollte sagen, dass diese Leute – meine Eltern nämlich – stets geschäftig sind und sich keine Gedanken über ihre eigene Nichtigkeit machen, deren üblen Geruch sie nicht empfinden… ich aber… ich fühlte nur Langeweile und Wut.“
„Wut? Warum denn Wut?“
„Warum? Welche Frage“ Hast du denn vergessen?“
„Ich habe nichts vergessen, aber dennoch räume ich dir nicht das Recht ein wütend zu sein. Du bist unglücklich, ich gebe es zu, aber…“

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