Kerr – Eine Art Familientreffen (div.)

Teil III.

Später, als Papa nichts mehr verdiente, hatte Mama sich jedes Mal nur einen Strumpf zu Sixpence kaufen können, und obgleich alle Strümpfe angeblich dieselbe Farbe hatten, hatten sie doch nie so ganz genau zueinander gepasst.

(Samstag)

„Was ist denn?“, tief er, aber sie konnte es auch nicht sagen.
„Es ist nichts“, sagte sie, „wirklich.“ Sie war entsetzt, dass sie ihn so erschreckt hatte. „Es ist, weil ich nicht geschlafen habe“, sagte sie. „und ich kriege meine Tage. Du weißt doch, dass ich immer heule, wenn ich meine Tage kriege.“

(Sonntag)

Sie nickte und wandte sich zum Gehen – und da, zwischen zwei Ausgängen, fast wie ein Heiliger in einer Nische, stand, beinahe lebensgroß, Papa.

(Dienstag)

„Mich hast du auch nach Berlin gezerrt.“
„Du?“ Mama machte ein überraschtes und bestürztes Gesicht. „Ich dachte, du würdest ganz gerne kommen.“

(Mittwoch)

Sie hielt den Blick fest auf die Vorhänge gerichtet, […] konzentrierte sich auf das komplizierte geometrische Muster. […]
Dann merkte sie plötzlich, was sie da betrachtete.
Das Muster löste sich in eine Masse von rechten Winkeln auf, die sich durchkreuzten. Es bestand ganz aus winzigen Hakenkreuzen, die sich teilweise überdeckten.

(Freitag)

„Nein“, sagte sie, „heute Morgen habe ich mich auch übergeben. Und dann ist da noch etwas Komisches – ich rieche dauernd etwas.“ Sie suchte nach den Worten. „Ich bin schwanger.“

(Freitag)

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